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Artikel (28.12.2004)

Die "Standards" werden neu ausgerichtet

Aufsichtsrat der Bädergesellschaft Wertheim mbH beschloss den "Rückzug aufs Normalmaß"

Wertheim. Im verregneten Sommer 2004 besuchten 64 310 Badegäste das Freibad "Christwiesen" - knapp die Hälfte aller Badegäste des so genannten "Jahrhundertsommers 2003" (122 410 Gäste). Die Bädergesellschaft Wertheim mbH, laut Pressemitteilung der Stadtverwaltung zur Jahresmitte reibungslos in die Betriebsführung der Stadtwerke übergegangen, muss deshalb auf Eintrittsgelder in Höhe von 64 000 Euro verzichten und freut sich daher um so mehr über die gestiegene Zahl der Hallenbadbesucher.

Denn dadurch sei, wie es in der städtischen Verlautbarung weiter heißt, das Fazit insgesamt erfreulich positiv: Der eingeplante Verlust für das laufende Geschäftsjahr der Bädergesellschaft Wertheim mbH wird voraussichtlich deutlich unterschritten. Für das Jahr 2005 verabschiedete der Aufsichtsrat ein ganzes Paket unumgänglicher Einsparmaßnahmen.

In der jüngsten Sitzung des Aufsichtsrats der Bädergesellschaft Wertheim mbH unter Vorsitz von Bürgermeister Wolfgang Stein blickten Geschäftsführer Wilfried Mayer und Reinhold Adelmann auf das Jahr 2004 zurück. Aufgrund der eingangs genannten Umsatzverluste und steigenden Abschreibungen werde sich der Verlust zwar erhöhen, aber eben doch geringfügiger als geplant.

"In die Gewinnzone werden wir nie kommen, das bringt der originäre Aufgabenbereich einer Bädergesellschaft mit sich", so Stein. Lobende Worte fand der Aufsichtsratsvorsitzende für den engagierten Schwimmmeister Ingo Ortl und seine Mitarbeiter, die mit ihren Kursangeboten für eine nahezu Totalauslastung des Hallenbades sorgen. Vor allem die Schwimm- und Fitnesskurse werden nach wie vor sehr gut angenommen. Bereits im Vorjahr 2003 waren schon 800 Hallenbadbesucher mehr gezählt worden. Und dieser Trend nach oben hält an. Der Dank Wolfgang Steins galt aber auch der DLRG für die geleisteten Wachstunden.

Der Aufsichtsrat war mit der Geschäftsführung und deren Arbeit zufrieden, mit dabei waren auch erstmals die drei "Neuen" Dr. Günther Heger, Gerold Kempf und Songrit Breuninger. Einstimmig bestätigte das Gremium Bernd Hartmannsgruber im Amt des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden, entlastete anschließend die Geschäftsführung und stellte den Jahresabschluss 2003 fest. Dieser endete mit einem Verlust von 634 602 Euro, der von der Städtischen Holding Wertheim übernommen wird. Dabei sind beim Freibad Umsatzerlöse in Höhe von 88 Prozent (188 000 Euro) erzielt worden; auf das Hallenbad entfielen die verbleibenden zwölf Prozent, die 26 000 Euro entsprechen.

Was für alle Bäder und für jedes Jahr von Neuem gilt, hatte auch in 2003 seine Gültigkeit, aufgrund der 35 Sonnentage allerdings im positiven Sinne: Die Einnahmen aus Eintrittsgeldern sind stets witterungsbedingt stark schwankend und daher auch nicht vorher kalkulierbar. Für ein sparsames und verantwortungsbewusstes Wirtschaften dankte Wolfgang Stein allen Mitarbeitern der Bädergesellschaft.

Ein klares Bekenntnis zum Erhalt von Freibad und Hallenbad gab Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Stein ab. Allerdings sollten die Standards des Badebetriebs auf ein Normalmaß ausgerichtet sein und spezielle Einzelmaßnahmen, die zu Kostensteigerungen geführt hatten, nun wieder zurückgeführt werden. Damit sich die jährlichen Verluste der Bädergesellschaft im Jahr 2005 weiter verringern, erhofft sich der Aufsichtsrat Einsparungen über rund 25 000 Euro durch die auf dieser Seite abgedruckten Maßnahmen, die Personal-, Sach- und Energiekosten betreffen.

Mit der Beratung und einstimmigen Verabschiedung des Wirtschaftsplanes 2005 schloss die jüngste Aufsichtsratsitzung der Bädergesellschaft Wertheim mbH. Darin sind im Erfolgsplan Erträgen in Höhe von 865 000 Euro Aufwendungen in derselben Höhe entgegengestellt. Außerhalb der regulären Unterhaltungskosten ist zusätzlich lediglich vorgesehen, im Freibad die entsprechenden Umbaumaßnahmen am Kassenautomat vorzunehmen und den Spielplatz zu sanieren. Die Verlustzone soll unter der "magischen Grenze" von 700 000 Euro bleiben, heißt es abschließend im Pressebericht der Stadtverwaltung Wertheim. stv

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© Fränkische Nachrichten - 28.12.2004