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Artikel 2004

Sitzung des Aufsichtsrates der Bädergesellschaft Wertheim mbH

Wertheim. Im verregneten Sommer 2004 besuchten 64.310 Badegäste das Freibad "Christwiesen" - knapp die Hälfte aller Badegäste des Jahrhundertsommers 2003 (122.410 Gäste). Die Bädergesellschaft Wertheim mbH, zur Jahresmitte reibungslos in die Betriebsführung der Stadtwerke übergegangen, muss infolgedessen auf Eintrittsgelder in Höhe von 64.000 Euro verzichten und freut sich daher um so mehr über die gestiegene Zahl der Hallenbadbesucher. Denn so ist das Fazit insgesamt erfreulich positiv: Der eingeplante Verlust für das laufende Geschäftsjahr der Bädergesellschaft Wertheim mbH wird voraussichtlich deutlich unterschritten. Für das Jahr 2005 verabschiedete der Aufsichtsrat ein ganzes Paket unumgänglicher Einsparmaßnahmen. In der jüngsten Sitzung des Aufsichtsrats der Bädergesellschaft Wertheim mbH unter Vorsitz von Bürgermeister Wolfgang Stein blickten Geschäftsführer Wilfried Mayer und Reinhold Adelmann auf das Jahr 2004 zurück. Aufgrund der eingangs genannten Umsatzverluste und steigenden Abschreibungen werde sich der Verlust zwar erhöhen, aber eben doch geringfügiger als geplant. "In die Gewinnzone werden wir nie kommen, das bringt der originäre Aufgabenbereich einer Bädergesellschaft mit sich", so Stein. Lobende Worte fand der Aufsichtsratsvorsitzende für den engagierten Schwimmmeister Ingo Ortl und seine Mitarbeiter, die mit ihren Kursangeboten für eine nahezu Totalauslastung des Hallenbades sorgen. Vor allem die Schwimm- und Fitnesskurse werden nach wie vor sehr gut angenommen, bereits im Vorjahr 2003 waren schon 800 Hallenbadbesucher mehr gezählt worden und dieser Trend nach oben hält an. Der Dank Wolfgang Steins galt aber auch der DLRG für die geleisteten Wachstunden.

Rückblick
Der Aufsichtsrat war mit der Geschäftsführung und deren Arbeit zufrieden, mit dabei waren auch erstmals die drei "Neuen", nämlich Dr. Günther Heger, Gerold Kempf und Songrit Breuninger. Einstimmig bestätigte das Gremium Bernd Hartmannsgruber im Amt des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden, entlastete anschließend die Geschäftsführung und stellte den Jahresabschluss 2003 fest. Dieser schloss mit einem Verlust von 634.602 Euro, der von der Städtischen Holding Wertheim übernommen wird. Dabei sind beim Freibad Umsatzerlöse in Höhe von 88 Prozent, nämlich 188.000 Euro erzielt worden; auf das Hallenbad entfielen die verbleibenden 12 Prozent, die 26.000 Euro entsprechen. Was für alle Bäder und für jedes Jahr von Neuem gilt, hatte auch in 2003 seine Gültigkeit, aufgrund der 35 Sonnentage allerdings im positiven Sinne: Die Einnahmen aus Eintrittsgeldern sind stets witterungsbedingt stark schwankend und daher auch nicht vorher kalkulierbar. Für ein sparsames und verantwortungsbewusstes Wirtschaften dankte Wolfgang Stein allen Mitarbeitern der Bädergesellschaft. Die Einsparmaßnahmen im Überblick Ein klares Bekenntnis zum Erhalt von Freibad und Hallenbad gab Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Stein ab. Allerdings sollten die Standards des Badebetriebs auf ein Normalmaß ausgerichtet sein und spezielle Einzelmaßnahmen, die zu Kostensteigerungen geführt hatten, nun wieder zurückgeführt werden. Damit sich die jährlichen Verluste der Bädergesellschaft im Jahr 2005 weiter verringern, erhofft sich der Aufsichtsrat Einsparungen über rund 25.000 Euro durch folgende einstimmig beschlossenen Maßnahmen (die Personal-, Sach- und Energiekosten betreffen): Das Freibad öffnet künftig erst eine Stunde später, also um 9.30 Uhr. Geöffnet bleibt es unverändert bis 20 Uhr. Der bisherige "Tarifdschungel" wird gelichtet, indem u.a. der 2-Stunden-Tarif abgeschafft wird, ebenso die kaum genutzten Dauerkarten beim Abendtarif. Familienkarten werden nur noch über die Kasse ausgegeben, um Manipulationen zu verhindern; eine Familienkarte kostet künftig im Tages - als auch im Abendtarif 50 Cent mehr (7,50, bzw. 5 Euro). Diese neuen Tarife entsprechen dem Einzeleintritt von einer Familie mit einem Kind. Gefördert werden daher künftig Familien ab zwei Kindern. Da durch den Wegfall des 2-Stunden-Tarifes auch die damit verbundene Nutzung von Eintrittsmarken hinfällig wird, kann der bisher dafür genutzte Automat am Eingangsbereich zu einem 2. Kassenautomaten umgenutzt werden. Vorteil: keine langen Wartezeiten mehr am Eingang zu den Stoßzeiten. Die Wassertemperatur wird von 24 auf 23 °C abgesenkt, die sogenannte "Sonnengarantie" für Dauerkartenbesitzer entfällt und Warmduschen kostet künftig wieder 50 Cent. Unverändert 3 Euro kostet eine Eintrittskarte für Erwachsene (ermäßigt für Schüler, Studenten, Schwerbehinderte 1,50 Euro), Kinder bis 6 Jahren haben nach wie vor freien Eintritt. Im Hallenbad entfallen die bisherigen Öffnungszeiten am Montag und Mittwoch zwischen 6 und 8 Uhr. Kursangebote sollen ausgeweitet werden. Die Warmbadestunden der Behindertensportgruppe werden von Dienstag auf Samstag verlegt, da an den Wochenendtagen die Wassertemperatur sowieso um 2°C höher liegt als an den Werktagen (30 statt 28°C). Das Bad öffnet erst nach der Michaelismesse, da während der Messezeit sowieso kaum Badegäste in das Hallenbad kommen. Für eine Eintrittskarte ins Hallenbad bezahlen Erwachsene auch in 2005 unverändert 1,50 Euro (Schüler ab 6 Jahren einen Euro).

Ausblick
Mit der Beratung und einstimmigen Verabschiedung des Wirtschaftsplanes 2005 schloss die jüngste Aufsichtsratsitzung der Bädergesellschaft Wertheim mbH. Darin sind im Erfolgsplan Erträgen in Höhe von 865.000 Euro Aufwendungen in derselben Höhe entgegengestellt. Außerhalb der regulären Unterhaltungskosten ist zusätzlich lediglich vorgesehen, im Freibad die entsprechenden Umbaumaßnahmen am Kassenautomat vorzunehmen und den Spielplatz zu sanieren. Die Verlustzone soll unter der magischen Grenze
von 700.000 Euro bleiben.

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